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Interview zum Stoffwindelzuschuss

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Interview zum Stoffwindelzuschuss

Interview zum Stoffwindelzuschuss

 

 

Hallo Oliver, du hast mit der Seite www.deine-Stoffwindel.com ein Projekt gestartet, welches sich für den Stoffwindelzuschuss einsetzt. Wie bist du auf diese Idee gekommen?

Ich bin im Mai 2018 selbst Vater geworden, dadurch habe auch ich mich mit der Frage beschäftigt: „Wie wollen wir den Nachwuchs wickeln?“

Für meine Partnerin und mich war diese Frage schnell geklärt, da wir beide der Meinung sind, dass die Einwegwindel zu viel unnötiger Müll ist und wir das nicht fördern wollten. Mit unserem Plan Stoffwindeln zu wickeln, waren wir in unserem Umfeld eher Exoten. Uns fehlte der persönliche Kontakt vor Ort, der uns hätte ein wenig zeigen können. Wir mussten uns also über das Internet schlau machen.

 

Mir sind dabei mehrere Sachen aufgefallen:

1) Viele der Onlineshops und Produzenten sind kleine Familienbetriebe.

2) Es wird noch stärkere Aufklärungsarbeit benötigt, da vielen werdenden Eltern die Variante Stoffwindeln nicht mehr präsent ist. Es wird sich dann aus einer Art Gewohnheit für die Einwegwindel entschieden, ohne bewusst zu durchdenken, ob das Sinn macht.

3) Die Städte fördern sehr oft die Müllentsorgung der Einwegwindeln, aber nur sehr wenige befassen sich mit einer Alternative zur Müllproduktion.

Ich habe über diese Erkenntnisse nicht lange nachdenken müssen, sondern für mich war schnell klar, dass ich mithelfen will, die Stoffwindel vorwärts zu bringen.

Seit Juni bin ich jetzt aktiv an der Projektrealisierung.

 

Was genau ist denn ein Stoffwindelzuschuss?

Dabei geht es um eine finanzielle Förderung durch die zuständigen Gemeinden, wenn Familien für Neugeborene Stoffwindeln kaufen. Aktuell gibt es 37 Städte, die diesen Weg bereits gehen. Der Sinn dahinter liegt in der Müllreduzierung und in einer familienfreundlichen Kommunalpolitik. Viele Städte gehen bisher in dem Thema nur den Weg der Windeltonne. Es wird also finanziell unterstützt, wenn ich Müll produziere und diesen entsorgen muss. Sollte ich den Müll durch Stoffwindeln aber einsparen, bekommt man vielerorts keine Unterstützung.

Bei den Stoffwindeln ist die Herausforderung, dass die Erstinvestion im Verhältnis zur Einwegwindel erstmal groß ist. Langfristig ist das System gegenüber der Einwegvariante aber günstiger. Wenn die Anschaffung durch eine Stadt z.B. mit 100€ gefördert wird, verringert sich diese Hürde hoffentlich für viele Menschen.

Eine Übersicht, welche Städte bereits aktiv sind, findet man hier.

Oliver von deine-stoffwindel.com

Und wie willst du die Förderung durch die Städte erreichen?

Sehr viele Städte haben ja bereits Windeltonnen und diese Städte werde ich als erstes kontaktieren, um ihnen auch die Alternative aufzuzeigen. Der Verbraucher sollte die Wahl haben, welches System er benutzen möchte. Es kann aber nicht sein, dass er benachteiligt wird, wenn er sich für das ökologischere System entscheidet, indem er keine Bezuschussung dafür erhält. Diese Kommunen müssen wir auch mit dem Abfallvermeidungsprogramm der Bundesregierung als Diskussionsgrundlage dazu bewegen zwei Alternativen anzubieten.

Wichtig ist für mich auch immer, Menschen vor Ort zu finden, die mit mir gemeinsam auf das Problem aufmerksam machen. Es ist immer leichter, wenn diejenigen Eltern aktiv werden, die auch ihren Wohnsitz in der Stadt haben. Wer interessiert ist zu helfen, findet alle wichtigen Informationen hier

 

Gibt es weitere Aktionen auf deiner Seite, neben dem Projekt Windelzuschuss?

Ja, wir wollen allen Neulingen helfen in das Thema Stoffwindeln herein zu finden. Es gibt einen Blog Bereich, in welchem Interessierte viele spannende Artikel für ihren Stoffwindelstart finden.

Zudem gibt es die Möglichkeit Stoffwindelberatung zu buchen oder sich ein Mietpaket zu leihen. Die verschiedenen Systeme können „leicht“ überfordern, daher versuchen wir hier zu unterstützen. Ziel ist, dass die Neulinge schnell einen Durchblick bekommen und das für sich passende System finden. Die Stoffwindelberatung ist bei uns über Skype möglich, so dass sehr unkompliziert geholfen werden kann. Wenn den Beratungssuchenden ein persönlicher Kontakt lieber ist, verweisen wir gerne auf die Seite www.stoffwindelberaterinnen.de

Stoffwindelberaterinnen gehen sehr stark auf die individuellen Bedürfnisse des Beratungssuchenden ein. So wird erst gemeinsam analysiert was dem Suchenden wichtig ist z.B. ob er nur Naturmaterialien will. Zur Erläuterung haben si  auch immer die verschiedenen Windeln vor Ort, sodass man als Beratungssuchender die verschiedenen Systeme auch live erleben kann. Auch in der Nachbetreuung sind sie immer gute Ansprechpartner, wenn z.B. etwas nicht direkt funktioniert wie erhofft. Eine Stoffwindelberatung liegt je nach Berater und Region zwischen 30 – 40€ pro Stunde.

 

Wir sind ja auch als Förderer und Unterstützer bei deinem Projekt dabei. Gibt es noch Weitere, die das Projekt fördern?

Ja, derzeit sind 20 Händler und Produzenten mit dabei, sowie viele Stoffwindelberaterinnen, die sich einsetzen. Wir freuen uns über jeden Weiteren, der dazu kommt.

 

Wie wird das Projekt jetzt weiter verlaufen?

Wir haben Mitte Oktober unsere Website online gestellt. Dies ist aber erst der Anfang. Wir werden noch einige Stunden weiter investieren, um allen Interessierten und vor allem jungen Eltern die Welt der Stoffwindeln näherzubringen.

Als nächsten Schritt erstellen wir einen Flyer. Diesen stellen wir zur Verfügung, um in seiner Heimat auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Wir beginnen natürlich auch bereits die ersten Städte zu kontaktieren. Da so ein Projekt aber nicht nur von fleißigen Helfern leben kann, wird es im April 2019 eine Startnextkampagne geben, in welcher wir Unterstützungsgelder sammeln. Nur so können wir über das Thema weiter aufklären.

 

Wir wünschen dir viel Erfolg und freuen uns auf die weitere Kooperation

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